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Die Publikation "andere seite" erschien von 1998 bis 2015. Insgesamt 75 Ausgaben wurden im Bezirk Andelfingen vierteljährlich in alle Haushaltungen verteilt. Herausgeber waren die Parteien SP, Grüne und EVP. In der wertvollen Plattform kamen aktuelle und lokale rote und grüne Themen zur Sprache.

Per Beschluss der Generalversammlung vom 7. April 2016 des Trägervereins der anderen Seite des Bezirks Andelfingen wurde die Auflösung des Vereins und somit die Einstellung der Zeitung beschlossen.

Lesen Sie den Rückblick der Redaktion und die Hintergründe in einem Artikel der SN. [138 KB]



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Ein kleines publizistisches Wunder geht zu Ende

Wie wir in der letzten Nummer der Zeitung mitgeteilt haben, wurde an der GV des Trägervereins über das Weiterbestehen der Zeitung diskutiert. Nach weiteren Abklärungen sieht der Vorstand leider keine Möglichkeit mehr, die Zeitung weiterhin herauszugeben. Somit erscheint mit der 75. Ausgabe die letzte Nummer [1.809 KB] . Alle Ausgaben finden Sie weiterhin im Internet unter www.andereseite.ch

Von Margrit Walti und Alfred Weidmann
Vorgängerin der anderen seite war die «rot- grüne Seite». Diese entstand, weil die Andelfinger ZeitungBeiträge der linken und grünen Partei nicht aufnahm und darum im Bezirk die Vielfalt der Meinungen fehlte. Die «rot-grüne Seite» hatte sich aus gemeinsamen Wahl- und Abstimmungszeitungen entwickelt. Ab 1990 entstanden elf Ausgaben, die jeweils zur Hälfte von der SP und den Weinländer Grünen gestaltet und auch finanziert wurden. Nachhaltige Entwicklung, Umwelt und soziale Gerechtigkeit hatten damit eine starke Stimme. Um dieser Zeitung als Sprachrohr für den ganzen Bezirk eine stabile Basis zu geben, suchte man neue Wege: Die EVP wurde ins Boot genommen, ein neuer Trägerverein als Herausgeber für die andere seite des Bezirks Andelfingen gegründet und für die Finanzierung Spender, Sponsoren und Inserenten gesucht.
In vielen Sitzungen wurde die erste Herausgabe für November 1996 vorbereitet und neu gestaltet. Vorgesehen waren jährlich drei bis vier Nummern. Dieter Langhart übernahm die Verantwortung und einige Mitglieder der andern Parteien arbeiteten in der Redaktion mit. Nach Erscheinen der ersten Nummer kommentierten der Tages- Anzeiger, der Landbote und die Andelfinger
Zeitung den Neubeginn. Die Andelfinger Zeitung schrieb gleich einen Wunschzettel von Themen auf, die wir behandeln sollten. Und «sie sollen einmal spüren, wie viel Einsatz, Freizeit, Durchhaltewillen und Aufwand es für die Herstellung einer Zeitung braucht.» Von 1998 an erschien die Zeitung regelmässig viermal im Jahr und immer drei bis vier Wochen vor einem Abstimmungs datum. Blättert man in den ersten Nummern, sichtet man nebst Personen, die heute noch redaktionell tätig sind, Namen wie Roly Brunner, Felix Feurer und Theo Ammann.

Reaktion auf die erste Nummer
Nach der ersten Nummer mit dem Thema «Kommt das Weinland unter die Räder?» erschien ein langer Leserbrief in der Andelfi nger Zeitung. Der Schreiber nannte die Idee einer Windkraftanlage bei der Bohrstelle der NAGRA und anderseits den gewünschten Halbstundentakt auf der Weinlandlinie einen Verhältnisblödsinn. Er meinte, der Halbstundentakt sei Wunschdenken, die Züge würden höchstens zu einem Drittel besetzt sein. Dazu fand er auch die Idee, bei Marthalen die Verlängerung des zweiten Gleises bis zum Dorfrand eine Unverfrorenheit. Die 17 Millionen würden verlocht, mit der Aussicht, dass kurze Zeit später bei der Einführung des Halbstundentakts, dieses Stück Doppelspur nicht mehr nötig sei und seinen Sinn verlieren würde. Es sei erstaunlich, wie salopp die andere seite mit den Steuergeldern umzugehen denke. Zum Glück ist alles anders herausgekommen, als der Leserbriefschreiber sich denken konnte. Er wird gestaunt haben, wie sich die Weinlandlinie zu einer stark frequentierten Bahnstrecke entwickelte.

Interessante Gespräche
Jede Ausgabe bearbeitete ein Thema. Es ist nicht möglich, alle Themen aufzuzählen, die die Redaktion anpackte. Es waren aber unzählige Weinländer Personen, ungeachtet ihrer Zugehörigkeit zu einer Partei, die sich zu einem Redaktionsgespräch oder zu einem Interview bereit erklärten. Praktisch alle Nummern befassten sich mit dem Weinland. Die beiden Mietseiten von Klar! Schweiz und Gen Au, früher auch von der Lindenmühle, ergänzten die Artikel mit ihren Anliegen.

Strukturen sind wichtig
Wie könnte es anders sein, als dass die Finanzen am Anfang viel zu diskutieren gaben. Die Verantwortung wurde dann dem erwähnten Trägerverein übergeben. Dass wir in Hans Häfliger eine Person fanden, die Inserate akquirierte, war eine sehr grosse Hilfe. Die drei Parteien legten einen finanziellen Grundstock. Mit den Mitgliederbeiträgen und den Inserateeinnahmen zusammen waren die Finanzprobleme gelöst. Später übernahm dann Bruno Hefti die Aufgabe, Inserate einzuholen. An jeder Generalversammlung durften die Mitglieder positive Rechnungsabschlüsse zur Kenntnis nehmen.

Eine Generation tritt zurück
Das bei der Gründung gewählte Präsidium, bestehend aus Margrit Wälti, Alfred Weidmann und Jürg Keller hat bis heute für das Erscheinen der anderen Seite gesorgt. Alle drei treten jetzt altershalber zurück. Margrit Wälti hat während vielen Jahren die Gestaltung mit Fotos, die Redaktion und die ganze Organisation koordiniert. Leider haben wir trotz intensiver Suche keine Freiwilligen gefunden, die die andere seite weiterführen könnten. An der im neuen Jahr anberaumten Generalversammlung wird die Auflösung des Vereins statutengemäss behandelt.
Unser Anliegen, ein lebendiges und nachhaltiges Weinland mitzugestalten, bleibt als Herausforderung bestehen. Die nächsten Generationen werden ihre eigenen Wege finden, wenn auch mit anderen Kommunikationsformen. Auch steht mit der Andelfinger Zeitung heute ein offenes Forum für Beiträge aus allen Parteien zur Verfügung.

Herzlichen Dank allen Leserinnen und Lesern für ihre Treue zu der Zeitung und allen Vereinsmitgliedern für ihre Beiträge.



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Links-grüne Zeitung setzt den Schlusspunkt

Die radikale Zensur in der Weinländer Lokalpresse leistete einst Geburtshilfe für die «andereseite». Nun wird die links-grüne Zeitung mangels Freiwilliger eingestellt
(Artikel in der Schaffhauer Nachrichten vom 21. November 2015)

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